Das Danewerk zwischen Ostseefjord Schlei und Treene
Das Danewerk ist das größte Bodendenkmal Nordeuropas. Gemeinsam mit Haithabu wurde es im Juni 2018 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Ein Besuch der Verteidigungsanlage zwischen Treene und Schlei lohnt sich.
Historische Erwähnung und Lage des Danewerks
In den fränkischen Reichsannalen von 808 wird das Danewerk erstmals zusammen mit dem Handelszentrum Haithabu erwähnt. Die Wallanlage hat eine Gesamtlänge von fast 26 Kilometern und erstreckt sich im Bereich der sogenannten Schleswiger Landenge zwischen der Schlei im Osten und Hollingstedt an der Treene im Westen. Sie kombiniert natürliche Hindernisse wie Gewässer und moorige Niederungen mit Wällen, Palisaden, Gräben, Mauern und einer Seesperre. Das System des Danewerks besteht aus mehreren Teilanlagen an unterschiedlichen Stellen der Landenge. Als größtes Bauwerk seiner Art in Nordeuropa versetzte das Danewerk seine Erbauer in die Lage, die Handelswege am Rande des Herrschaftsraums dänischer Könige zu kontrollieren. Das Danewerk verlief über den Heer- oder Ochsenweg, der nordsüdlich verlaufenden Hauptverkehrsachse. Es markierte die Südgrenze des mittelalterlichen Skandinaviens.
Baugeschichte und Entwicklung des Danewerks
Die Baugeschichte des Danewerks spannt sich über mehr als 500 Jahre – von frühgeschichtlicher Zeit über die Wikingerzeit bis ins Hochmittelalter. So beherrschten bereits vor dem 8. Jahrhundert die Wallzüge des Danewerks die Schleswiger Landenge. Sie wurden durch wiederholte Bauaktivitäten und mit zusätzlichen Wallstrecken ausgebaut und verstärkt. Zu den markantesten Bauphasen zählen: die Feldsteinmauer und das Seesperrwerk Stexwig um 740 nach Christus, die Anbindung Haithabus an den Hauptwall um 970, die Verkürzung der Walllinie durch den Kograben im späten 10. Jahrhundert und die große Ziegelsteinmauer des dänischen Königs Waldemar um 1170. Im Laufe des Mittelalters verlor das Danewerk seine Bedeutung, bis das dänische Militär Ende des Jahres 1850 eine neue Befestigungslinie mit Kanonenstellungen am Danewerk errichtete. Diese Linie wurde in den Jahren 1861 bis 1863 nochmals stark ausgebaut, bei Kriegsausbruch 1864 säumten 27 Bastionen das Danewerk zwischen der Schlei und Hollingstedt. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg wurde die Danewerkstellung geschleift. 2004 wurde die Schanze 14 rekonstruiert; ganz in der Nähe lädt in der Ortschaft Dannewerk heute das Danevirke Museum zu einer Zeitreise in die Vergangenheit ein.