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Schlemmerreisen – Deutschland und Österreich kulinarisch entdecken

Städte und Regionen kann man auf vielfältige Art und Weise entdecken. Zu Fuß oder per Fahrrad, als Aktivurlauber oder Erholungsuchender, kulturell – und kulinarisch. Letzteres verspricht besondere Genussmomente, wenn neue, bis dato unbekannte Schlemmereien den Gaumen kitzeln.
 
Dabei is(s)t jedes Bundesland, egal ob in Deutschland oder Österreich, anders: Während die Nordlichter gerne ins Fischbrötchen beißen oder sich an Kohl und Pinkel laben, landen im Süden Weißwurst, Käsespätzle und Grillhaxe auf dem Teller. Beim Dessert sind die Österreicher Spezialisten: Ob Kaiserschmarrn, Salzburger Nockerln oder ein Stück Sachertorte – süßen Verwöhnmomenten wie diesen kann kaum jemand widerstehen.
 

Genussregionen:

1. Deutschland

2. Österreich

 
 
 

 

1. Deutschland

Deutschland ist vielseitig. Nicht nur, was Natur und Kultur angeht, sondern auch in puncto Sprache. Wer etwa in der Hauptstadt beim Bäcker knusprige Brötchen verlangt, „outet“ sich unfreiwillig als Nicht-Berliner – denn dort sagt man „Schrippen“. Ähnliches gilt für das Brathähnchen, das im Osten „Broiler“ genannt wird. Und dass der „Halve Hahn“ kein gegrilltes Federvieh, sondern ein Roggenbrötchen mit Käse ist, weiß nur der Rheinländer mit absoluter Gewissheit.
 
Während Brötchen und Brathähnchen unabhängig von ihrer regionalen Bezeichnung in der ganzen Republik bekannt sind, gibt es auch kulinarische Spezialitäten, die man im Urlaub genießt, aber im Stammrestaurant zu Hause vergeblich auf der Speisekarte sucht. Was in welchem Bundesland am liebsten gegessen und getrunken wird, verraten wir im Folgenden.
 

 
Grünkern-Risotto mit Pilzen ist eines von vielen leckeren Gerichten, die man aus dem Korn des Dinkels zaubern kann. (Touristikgemeinschaft Odenwald)

Baden-Württemberg

Zu den kulinarischen Exportschlagern Baden-Württembergs gehören neben der Schwarzwälder Kirschtorte auch Maultaschen, liebevoll „Maultäschle“ genannt. Sie sind eine Spezialität der Schwäbischen Küche, ebenso wie „Saure Kutteln“ oder Zwiebelrostbraten mit Spätzle.

Weniger bekannt ist dagegen der „Fränkische Grünkern“, der in Nordbaden angebaut wird. Das feste, kleine Korn des Dinkels erlebt gerade ein Revival und kommt als Suppeneinlage, Bratling oder leckerer Aufstrich zum Einsatz.


Bayern

Der Freistaat Bayern ist Deutschlands Genussregion Nummer eins. Das sehen nicht nur bayerische Urgesteine, sondern auch viele „Zuagroaste“ so. Ob im romantischen Wirtshaus oder im quirligen Biergarten: Ohne deftige Schmankerln wie Schweinshaxe mit Knödeln, Weißwurst mit Brezn oder den Obatzter, eine herzhafte Käsecreme, geht hier gar nichts. Immer mit dabei: ein Helles oder ein Weizen – oder ein Glas Wein. Schließlich gehört auch Franken zu Bayern und damit ein Mekka für Winzer und Weinfreunde.

 
Im Wirtshaus genießt man regionale Spezialitäten und pfälzische Gastfreundschaft. (Stadt Weiden i.d.OPf.)
Bei der „Ansbacher Genusstour“ werden typische lokale Produkte verköstigt. (Stadt Ansbach)
Bleibt lange in Erinnerung: eine zünftige Brotzeit mit Bergblick. (Tourismus Oberstdorf)
 
Das Wandern genießen – in einer der schönsten Weinregionen Deutschlands. (Churfranken e.V.)
Ein guter Tropfen Wein aus der Region verspricht den Tag schön ausklingen zu lassen. (Churfranken e.V.)
In Churfranken reifen an malerischen Hängen saftige Trauben in der Sonne heran. (Churfranken e.V.)
 

Niedersachsen

Keine Frage: An der Nordseeküste und auf den Inseln kommt fangfrischer Fisch auf den Tisch! Doch Niedersachsen hat noch viele weitere kulinarische Facetten. Während im Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel also Kutterscholle, Matjes oder Krabben auf dem Speiseplan stehen, lässt man sich in der Lüneburger Heide alles von der Heidschnucke schmecken. Ob Keule, Rücken oder als Ragout – das zarte, würzige Fleisch zergeht auf der Zunge und ist ein echter Leckerbissen. Zu trinken gibt’s in Niedersachsen gehaltvolles Bockbier – oder ein Tässchen Ostfriesentee.

 
Fisch kommt im Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel immer fangfrisch auf den Tisch. (Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel)
Zu einem Bummel durch die Gifhorner Altstadt gehört auch ein Kaffee auf dem Marktplatz. (Südheide Gifhorn)
Im Gewölbekeller des Gifhorner Welfenschlosses werden herzhafte Speisen aufgetischt. (Südheide Gifhorn)
 

Rheinland-Pfalz

WWW steht im Südwesten Deutschlands nicht (nur) für das World Wide Web, sondern auch für eine leckere Zwischenmahlzeit: „Weck, Worscht un Woi“ – also Brötchen, Wurst und Wein – dürfen in keiner Straußwirtschaft und Gutsschänke auf der Speisekarte fehlen. Apropos „Woi“: Die Pfalz, Deutschlands zweitgrößtes Weinanbaugebiet, ist vor allem für ihren Riesling bekannt. Und natürlich für viele weitere schmackhafte Spezialitäten, darunter „Dibbekuchen“ (Topfkuchen), „Herzdrigger“ – Kartoffelklöße mit Hackfleisch und Soße – und Pfälzer Saumagen.

 
Wein hat im Mittelrheintal eine lange Tradition. Bis heute gibt es über zehn Winzer und Weingüter in der Region. (Verbandsgemeinde Bad Hönningen)
Für kulinarische Genüsse ist bei Qualitäts-Weinverkostungen gesorgt. (Tourismusverein Südliche Weinstraße Bad Bergzabern e.V.)
Auf einer Weinbergführung erfahren Genießer vieles über die Arbeit der Winzer. (Gesundheit und Tourismus für Bad Kreuznach)
 

 

2. Österreich

Ob Großglockner, Hochalmspitze oder die Schneeglocke: In Österreich warten viele Berge auf Gipfelstürmer. Doch auch kulinarische Höhepunkte gibt es reichlich. Wiener Schnitzel – nur echt, wenn es aus Kalbfleisch gemacht ist –, Salzburger Nockerln und Linzer Torte gehören zu den Klassikern der österreichischen Küche und sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
 
Nicht nur die quirligen Großstädte, auch die einzelnen Bundesländer und Regionen der Alpenrepublik haben ihr ganz eigenes kulinarisches Gesicht. Kürbiskernöl aus der Steiermark, Käse aus Vorarlberg, fangfrischer Fisch aus Kärntner Seen, Bächen und Flüssen: Wer in Österreich Urlaub macht, hat die Qual der Wahl zwischen unterschiedlichsten Gaumenfreuden. Abgerundet werden die kulinarischen Köstlichkeiten von Sekt, Wein oder Bier sowie feinem Schnaps, fruchtigem Likör oder süffigem Most – gekeltert, gebrannt oder gebraut in der Region.
 

 
Dolce Vita in Kärnten: Kaiserschmarrn ist ein kulinarischer Klassiker. Auf der Almhütte schmeckt er am besten. (Region Villach Tourismus)

Kärnten

Das Bundesland Kärnten liegt südlich der Alpen und grenzt an Italien an. Vom „Dolce Vita“, dem süßen Leben, versteht man auch auf österreichischer Seite jede Menge, schließlich laden im Sommer unzählige Seen und Fließgewässer zum Baden und Planschen ein.

In dem kristallklaren Wasser sind auch zahlreiche Süßwasserfische wie Forelle, Karpfen oder Saibling zu Hause, die frisch zubereitet auf dem Teller landen. Dazu noch ein Riesling vom Wörthersee, und das Genusserlebnis ist perfekt.


Steiermark

Die Steiermark ist das größte Apfelanbaugebiet Österreichs. Braeburn, Elstar und Jonagold werden hier ebenso geerntet wie der „Kronprinz Rudolf“, eine saftige Wintersorte, die sich besonders gut für klassischen Apfelstrudel eignet. Auch nach einem Habsburger Royal benannt wurde der Hartkäse „Erzherzog Johann“: Er steht für königlichen Glanz – und würzig-pikanten Geschmack. Nussig schmeckt das Steirische Kürbiskernöl, das ideal zu Salaten, Suppen und Kuchen passt. Und wer die traditionellen Buschenschanken besucht, kann sich bei einer „Brettljause“ mit Aufschnitt, Kren und Schwarzbrot sowie einem Glaserl Wein eine kulinarische Auszeit vom Alltag gönnen.

 
Auf der Sonnenalm steht Dachsteinnusskuchen mit Heidelbeer-Minz-Ragout auf der Speisekarte. (Schladming-Dachstein)
Hochgenuss auf der Galsterbergalm: gebackene Ziegenfrischkäsetascherl mit rotem Rüben-Himbeersalat. (Schladming-Dachstein)
Genuss pur: Mehr als 50 bewirtschaftete Almen und Hütten bieten regionale Köstlichkeiten an. (Schladming-Dachstein)
 

Tirol

Mitten in den Alpen liegt Tirol, Österreichs drittgrößtes Bundesland. Wer im Sommer hierher kommt, möchte wandern, während in den Wintermonaten Skifahren angesagt ist. Ganzjährig genießen kann man kulinarische Schmankerln: Almhütten und Wirtshäuser verwöhnen die hungrigen Gäste mit Herzhaftem, darunter Speckknödel, Kasspatzln oder Breznsuppe, aber auch mit süßen Mehlspeisen wie Schmalznudeln, Apfelradln und Kaiserschmarrn. Gegen das Völlegefühl nach all diesen lukullischen Genüssen hilft ein „Stamperl“ Krautinger, ein Gläschen Rübenschnaps aus der Region Wildschönau.

 
Bei einer zünftigen Jause lässt sich neue Energie tanken. (TVB Wildschönau)
Frischgebackene Schmalznudeln sind eine beliebte Spezialität. (TVB Wildschönau)
Aus der Weißen Stoppelrübe wird der Krautinger-Schnaps gebrannt. (TVB Wildschönau)
 

Vorarlberg

Ganz im Westen Österreichs liegt das Bundesland Vorarlberg mit seiner Hauptstadt Bregenz. Während die Bodenseeperle mit Kunst und Kultur – etwa den Bregenzer Festspielen – lockt, geht es im übrigen Teil des Landes eher gemächlich zu: Glückliche Kühe grasen auf saftigen Bergweiden – eine wahre Postkartenidylle. Kein Wunder also, dass sich in Vorarlberg (fast) alles um den Käse dreht. Ob Bergkäse, Räßkäse oder Sauerkäse, ob Käsesuppe, Käsespätzle oder „Kässalot“ – an dem vielseitigen Milchprodukt kommt man im „Ländle“ nicht vorbei.

 
Der Alpkäse wird nach der sogenannten Dreistufenwirtschaft handgeschöpft. (KäseStrasse Bregenzerwald)
Kulinarischer Höhepunkt: Im Oktober laden Bregenz und Lindau zum Genussherbst am Bodensee. (visitbregenz)
Im Biosphärenpark Großes Walsertal bleiben keine kulinarischen Wünsche offen. (Alpenregion Bludenz Tourismus)