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Wandern mit Kindern – Tipps, mit denen es Groß und Klein Spaß macht

Ist der Nachwuchs da, ändert sich so ziemlich alles im Leben der jungen Eltern. Das gilt auch für den Urlaub. Wanderfreunde müssen dennoch nicht auf ihr geliebtes Hobby verzichten, wenn sie ein paar Dinge beherzigen. Im Gegenteil bietet das Familienwandern die Möglichkeit, die Kinder von klein auf für Natur und Umwelt zu begeistern und zu sensibilisieren.

Wandern mit der ganzen Familie: Der Erzweg in Bayern bietet abwechslungsreiche Strecken und viele Burgen, die vor allem die kleinen Wanderer spannend finden. (Amberg-Sulzbacher Land/Anton Mirwald)

Durch das Almgebiet der Moosalm führt der lehrreiche und unterhaltsame Ameisenweg, auf dem die ganze Familie auf ihre Kosten kommt. (Touristinfo Großglockner-Zellersee)

1. Der Weg ist das Ziel

 
Kinder sind geborene Abenteurer und Forscher und damit prädestiniert, begeisterte Wanderer zu werden. Wer mit Kindern wandert, sollte sich jedoch auf einen Wechsel der Perspektive einlassen. Es geht weniger darum, welche Routen und Touren die Kleinen konditionell schaffen, sondern darum, Bekanntes mit neuen Augen zu sehen. „Der Weg ist das Ziel“ lautet das Motto beim Familienwandern, denn Kinder erleben ihre Umwelt noch viel unmittelbarer als Erwachsene. Sie entdecken die Natur in tausend Facetten, und jede neue Entdeckung birgt potentiell einen spannenden Forschungsauftrag. Da bleibt das bloße Vorwärtskommen schnell auf der Strecke. Wer sich aber darauf einlässt, erhält die Chance, noch einmal die Faszination für das Detail im großen Ganzen zu erleben.
 
Als grobe Faustregel für die Wanderstrecke gibt der Deutsche Wanderverband folgende Formel an: Lebensalter x 1,5. Ein Sechsjähriger schafft also eine Strecke von rund neun Kilometern.

2. Wandern mit Baby

In einer Trage oder Kraxe, auch Tragerucksack genannt, können schon Babys, sicher behütet von Mama oder Papa, ihre ersten kleinen Wanderausflüge machen.
 
Man sollte sich und dem Kind jedoch nicht zu viel zumuten. Eine Geburt ist auch für fitte Wanderinnen kein Spaziergang, der Körper braucht Zeit, um sich wieder zu erholen. Fürs Erste reicht daher eine Rundwanderung um einen See oder ein Ausflug in die Berge – aber nicht höher als 2.000 Meter mit Baby! Bedenke außerdem, dass Babyhaut viel zarter und empfindlicher ist als bei Erwachsenen. Schütze sie daher gut vor Sonne und Wind.
 
Wichtig sind auch häufige Pausen, in denen sich die Knirpse frei bewegen können.
 
Nach einiger Zeit auf Mamas oder Papas Rücken ist eine Pause, in denen die Kleinen sich frei bewegen können, wichtig. (Liechtenstein Marketing)

Babys und jüngere Kinder müssen ganz besonders vor der Sonne geschützt werden. Ein Fußbad an heißen Tagen tut großen und kleinen Wanderern gut. (Foto: Schwäbische Alb Tourismus/Th. Rathay) 

2.1 Die richtige Kleidung

Für den Sommer empfehlen sich leichte Hosen, Leggins und Bodys aus natürlichen Materialen wie Baumwolle oder Leinen. Wechselkleidung sollte man immer dabei haben. Direkt an Mamas oder Papas Körper geschmiegt, können Körperwärme und Feuchtigkeit nur schlecht abtransportiert werden. Ist die Kleidung durchgeschwitzt, sollte sie gewechselt werden, um Erkältungen vorzubeugen. Auf den Kopf gehört sommers wie winters eine Mütze. Für die kalte Jahreszeit haben sich Kleidungsstücke aus Micro-Fleece bewährt, auch ein Baby-Overall ist praktisch und hält mollig warm. In der Übergangszeit hat sich wie bei den großen Wanderfans der Zwiebellook bewährt.

2.2 Der Babytransport: Trage, Kraxe & Co.

Praktisch an einer Trage oder einem Tragetuch, wo das Baby vor dem Bauch getragen wird, beziehungsweise einer Kraxe oder einem Tragerucksack, bei dem das Baby ab circa einem Jahr, wenn es selbständig aufrecht sitzen kann, hinten auf dem Rücken getragen wird, ist, dass man die Hände nach wie vor frei hat. Doch sollten jetzt Wanderstöcke die Packliste ergänzen. Kommt es auch auf einer leichten Tour zu einem kurzen, aber knackigem Abstieg, verleihen sie auch mit Kind am Körper die nötige Trittsicherheit.

 
 
 
 
Auf einer Wandertour gibt es viel zu entdecken.  (Landratsamt Heidenheim/Heiko Grandel)

Im und am Wasser gibt es immer etwas zu entdecken.  (Kirchleitn Familien Feriendorf/gutsyheron)

2.2.1 Trage und Tragetuch

 
Bei einer Trage oder einem Tragetuch hat man direkten Körperkontakt zu seinem Baby, sodass man immer genau weiß, wie es ihm geht. Auch profitieren die Kleinen bei kälteren Temperaturen von der Körperwärme des Erwachsenen. Im Sommer allerdings ist genau das von Nachteil: Das Kind „klebt“ am Körper, denn die Wärme kann nicht verdunsten. Das ist für beide unangenehm und es muss häufiger Kleidung gewechselt werden.
 

2.2.2 Die Kraxe

In einer Kraxe auf dem Rücken verhindert ein Rückenteil, dass direkter Körperkontakt besteht. Das ist im Hinblick aufs Schwitzen angenehmer. Vorteilhaft außerdem: Die Kraxen bieten zusätzlich Platz für Gepäck. Nachteilig an einer Kraxe ist jedoch ihr Gewicht bzw. die Gewichtsverteilung mit Kind, die nicht optimal ist, sodass eine längere Wanderung mitunter anstrengend werden kann.
 
 
 
 
Sind die kleinen Wanderer müde, darf es gerne auch einmal auf Papas Schultern weitergehen.  (Foto: Bad Wimpfen) 

2.2.3 Der Kinderwagen

Natürlich lässt sich auch mit Kinderwagen eine kleine Wanderung machen. Der bietet zusätzlich Stauraum für Gepäck, Proviant, Wechselkleidung und alle Hygieneartikel, die Babys benötigen, von Feuchttüchern bis zu Windeln. Allerdings ist man bei der Wahl der Touren recht eingeschränkt. Wege mit Wurzeln oder Treppen kommen nicht infrage. Man braucht eine Straße oder einen guten Forstweg. Bedenken sollte man auch, dass man mit Baby, Kinderwagen, Gepäck und Proviant den Berg sowohl hoch- als auch wieder herunterkommen muss.


Im Tal der Höhlen gibt es für die Älteren so manches Abenteuer zu erleben. (Landratsamt Heidenheim/Heiko Grandel) 

3. Wandern mit Kindergartenkindern

„Wann sind wir da?“, „Wie weit ist es noch?“ – das sind nicht nur auf der Urlaubsfahrt gefürchtete Fragen. Auch beim Wandern mit Knirpsen im Kindergarten-Alter können sie auftreten, es sei denn, man wählt Routen, auf denen es etwas zu entdecken gibt. Dennoch sollte die Länge der Tour drei bis vier Stunden Gehzeit nicht überschreiten.
 
Eine Pfütze zum Hineinspringen, ein plätschernder Gebirgsbach, ein rauschender Wasserfall, Totholz, ein Wildgehege und vieles mehr – eine Route die Forschungs- und Entdeckerpotential bietet, ist die richtige, um kleine Wanderer bei Laune zu halten. Nichts ist langweiliger als eine als „ungefährlich“ markierte, aber totlangweilige Strecke auf Forst- und Wirtschaftswegen und Straßen. Daher nur Mut bei der Routenwahl und hinein in die Natur auf Wegen mit Wurzeln und Steinen, entlang an Bächen und Wiesen, wo es allerlei zu entdecken gibt.

3.1 Zeit nehmen

 

Um die Natur zu entdecken, braucht es Zeit. Jede Ameise, jeder Käfer, jede Blume ist ein Abenteuer. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen, wird die Welt um ihn herum selbst mit neuen Augen sehen.

Wasserstellen sind beliebte Pausenplätze bei Wanderzwergen. (Liechtenstein Marketing)

Kleine Forscher kommen ganz groß raus. (Liechtenstein Marketing)

3.2 Abwechslung und Verantwortung

Kinder lieben es, (altersgerecht) Verantwortung zu übernehmen und so ihren Teil zum Gelingen der „Expedition“ zu leisten. Eine gute Möglichkeit ist es, sie den nächsten Wegweiser suchen zu lassen oder als „Informant“ zur nächsten Hinweistafel ausschwärmen zu lassen. Auch das Lesen von Karte und Kompass lässt sich schon früh einüben. Der eigene kleine Rucksack, der natürlich nicht zu schwer beladen sein darf, rundet das ab.

Zur Verantwortung gehört auch, zu lernen, auf die eigene Sicherheit zu achten. Das heißt, die Kinder in der Wahrnehmung von potentiellen Gefahren zu schulen, aber auch ihr Selbstvertrauen zu stärken. Natürlich sollten aber auch die Eltern stets ein wachsames Auge auf die Kinder haben! Ein Seil oder ein Gurt sollten außerdem stets mitgeführt werden, um das Kind gegebenenfalls zu sichern.

Damit Regeln, die der Sicherheit der Kinder dienen (nicht vorauslaufen, nicht rennen, Wege nicht verlassen), gut eingehalten werden können, muss eine Familienwanderung ausreichend Gelegenheiten zum „Ausschwärmen und Erkunden“ bieten.

 Tipp: Kinder brauchen Pausen

Pausen, die Abwechslung bieten, sind dafür ideal und erhöhen den Erlebnisfaktor. In ungefährlichem Gelände können die Kinder ein wenig herumkraxeln, am Bach lässt sich ein Staudamm bauen und können Rindenboote zu Wasser gelassen werden. Und wer traut sich, in den eiskalten Bergsee zu springen, oder kann am besten Steine übers Wasser flitzen lassen? Wasser ist immer ein Erlebnis für Groß und Klein.

Mit einer Becherlupe lassen sich Insekten beobachten und mit etwas Glück erhascht man vielleicht einen Blick mit dem Fernglas auf ein Eichhörnchen, einen Mäusebussard oder ein Reh. Wetten, da leuchten nicht nur Kinderaugen? Was früher die Schatzsuche war, heißt heute Geocaching. Mittlerweile gibt es an unzähligen Stellen und Wanderrouten solche Caches zu entdecken. Holz für ein Lagerfeuer zu sammeln, aufzuschichten und zu entfachen, ist neben den Erlebnissen in und am Wasser ein weiteres Highlight für die Knirpse. Auch das Zurechtschnitzen eines Astes oder Wanderstocks riecht nach „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“.


4. Wandern mit Schulkindern

 
Im Grunde gilt auch beim Wandern mit Schulkindern das gleiche wie für Kindergarten-Knirpse: Zeit nehmen, für Abwechslung und Entdeckerpotential sorgen, Verantwortung übertragen. Aber die Routen können nun durchaus anspruchsvoller und länger geplant werden. Seil oder Gurt, um das Kind zu sichern, ergänzen auch hier die Packliste.
 
Für ältere Schulkinder ab ca. 10 Jahren sind nun schon Touren von sechs bis sieben Stunden machbar. Mehrtagestouren mit Hüttenaufenthalt bieten jetzt ebenfalls neue spannende Abenteuermöglichkeiten!

5. Proviant

Kleingeschnittenes Obst und Gemüse, vielleicht ein paar Kekse oder Müsliriegel, das gute alte Butterbrot und natürlich ausreichend Wasser oder Saftschorlen gehören zu jeder Wanderung dazu – ob mit oder ohne Kind.
 
Gute Energielieferanten sind Vollkornbrote, Nüsse und Bananen. Auch gegen ein kleines Stück Schokolade zur Belohnung zwischendurch ist nichts einzuwenden. Sie sollte aber nicht Hauptbestandteil der Mahlzeit sein. Auch auf allzu fette Speisen sollte verzichtet werden, da sie müde und träge machen. Deftiges wie eine Käse- oder Salamistulle wird aber nach der körperlichen Anstrengung auch von Kindern heiß geliebt.
Wandern, Wasserspaß - und danach wartet eine zünftige Jause. (Touristikverband Wiedtal e.V./Andreas Pacek)

6. Kleidung

Das A und O bei jeder Wandertour ist die richtige, wetterangepasste Kleidung, für Jung und Alt. Bewährt haben sich leichte und atmungsaktive Materialen, zum Beispiel Softshell-Jacken, Funktionsshirts und Fleece-Pullover. Auch die Regenjacke sollte stets griffbereit und die Schuhe imprägniert sein – dann steht einer Bachdurchquerung nichts im Wege.
 
Hilfreiche Begleiter an warmen Tagen sind außerdem Sonnenbrille, ein Hut mit breiter Krempe oder ein Basecap – vor allem für jüngere Kinder auch gerne mit Nackenschutz -, luftige Kleidung und Sonnencreme.
 
Einen Wetterwechsel sollte man ebenfalls immer einplanen. Hier hat sich der Lagen- oder Zwiebellook bewährt.
Wechselkleidung und Lagenlook sind beim Wandern angesagt. (TuK GmbH/DOMUSimages/Alexander Rudolph)

Ein passender Rucksack ist für Groß und Klein wichtig. (Tourismusregion Coburg.Rennsteig/Rainer Brabec)

7. Ausrüstung

Kinder lieben es, (altersgerecht) Verantwortung zu übernehmen und so ihren Teil zum Gelingen der „Expedition“ zu leisten. Eine gute Möglichkeit ist es, sie den nächsten Wegweiser suchen zu lassen oder als „Informant“ zur nächsten Hinweistafel ausschwärmen zu lassen. Auch das Lesen von Karte und Kompass lässt sich schon früh einüben. Der eigene kleine Rucksack, der natürlich nicht zu schwer beladen sein darf, rundet das ab.

Zur Verantwortung gehört auch, zu lernen, auf die eigene Sicherheit zu achten. Das heißt, die Kinder in der Wahrnehmung von potentiellen Gefahren zu schulen, aber auch ihr Selbstvertrauen zu stärken. Natürlich sollten aber auch die Eltern stets ein wachsames Auge auf die Kinder haben! Ein Seil oder ein Gurt sollten außerdem stets mitgeführt werden, um das Kind gegebenenfalls zu sichern.

Damit Regeln, die der Sicherheit der Kinder dienen (nicht vorauslaufen, nicht rennen, Wege nicht verlassen), gut eingehalten werden können, muss eine Familienwanderung ausreichend Gelegenheiten zum „Ausschwärmen und Erkunden“ bieten.

 

8. Routentipps

Die Urlaubsregion Großglockner-Zellersee beginnt bereits vor der Haustür. Der Käfertal-Erlebnisweg ist eines der Highlights, das sich Eltern mit Kindern, selbst wenn diese noch sehr klein sind, nicht entgehen lassen sollten. Die rund vier Kilometer lange, leicht ansteigende Strecke kann auch bequem mit einem Kinderwagen oder Buggy zurückgelegt werden. Schautafeln und Spielstationen wie zum Beispiel ein Kletterfelsen, ein Labyrinth und ein Wasserspielplatz bringen kleinen Entdeckern die Besonderheiten dieser Naturregion nahe. Der Nepomukweg, der direkt in Fusch startet, ist ein Muss für kleine und große Wasserratten, denn auf dem Pfad geht es vorbei an einem Barfußweg, einem Wassertretbecken und der Erlebniswelt Holz Mühlauersäge bis zum Hirzbacher Wasserfall. Auf dem naturbelassenen Ameisenweg zur Moosalm wiederum lernen die kleinen Wanderer nicht nur auf spielerische Weise alles über die emsigen Insekten, sondern genießen auch traumhafte Ausblicke auf die beeindruckenden Dreitausender-Gipfel der Hohen Tauern. Eine Stärkung in der Moosalm-Hütte rundet den Ausflug ab.

 

In Malbun in Liechtenstein können Kinder im Sommer einen der zahlreichen Themen- oder Wanderwege erkunden. Faszinierend für Groß und Klein ist beispielsweise der WalserSagenWeg. Hier werden die Geschichten von Riesen, Hexen und Drachen bei geführten Sagenwanderungen sowie -abenden und Theateraufführungen lebendig. Wissbegierige Kinder gehen mit Lupe, Maßstab und viel Spaß im Gepäck auf dem Forscherweg den Besonderheiten der Alpenwelt auf den Grund.

Früh übt sich: Wandertraining für die Kleinen

Ein Ausflug in den Spielpark in Malbun hingegen stellt für die Kleinen eine ideale Vorbereitung für erste Wanderversuche im alpinen Gelände dar. Eine Kletter- und Balancieranlage lädt dazu ein, die Bewegungskoordination zu trainieren.

 

Überwältigende Berggipfel, Wasserfälle und saftig grüne Täler – Schladming-Dachstein hat einiges zu bieten. Neben einem breiten Netz an Wanderwegen stehen kleinen und großen Gipfelstürmern vielseitige Freizeitmöglichkeiten zur Auswahl. Outdoor-Freunde jedes Alters kommen zudem auf den über 20 Klettersteigen und ebenso vielen Biketouren der Region auf ihre Kosten.

Tierische Weggefährten im Waldecker Land

Platz satt und viele spannende Natur-Erlebnisse bietet Familien ein Wanderurlaub im Waldecker-Land. Familienfreundliche Wander- und Erlebnispfade lassen keine Langeweile aufkommen. Hier begegnet man zum Beispiel Waschbär Eddi am Edersee. Sein Erlebnisweg führt vom Wildtierpark Edersee zum Baumkronenweg und anschließend über den urigen Pfad zurück zum Wildtierpark. Bei Willingen nimmt Kuh Helma Familien mit auf den Milch-Erlebnispfad Usseln. In Frankenberg-Rengershausen begleitet Waldwichtel Pauli die Wanderer, wenn es leise durch das Tal geht, um Rehe, Hasen und Füchse nicht zu erschrecken. Und mit der Gästekarte „MeineCard+“ lässt sich noch viel mehr kostengünstig entdecken.